Feb 3

Macht Virtualisierung Sinn?

Der Begriff der virtuellen Welt geistert seit vielen Jahren durch die Welt der Computerspiele und des Internets. In jüngster Zeit werden mit Virtualisierung weitere und neue Anwendungen in Verbindung gebracht. Seit vielen Jahren sind kommerzielle Anwendungen von Hard- und Software üblich. Die Rechnersysteme von Unternehmen müssen zur Bearbeitung vernetzt sein und werden oft in eigenen Rechenzentren verwaltet. Im Netz der Firma läuft oft eine eigene Software und das Netz ist als Intranet vom übrigen Internet abgeschottet. Diese Konfiguration schränkt die Nutzer ein und verursacht hohe Kosten für die benötigten Rechenzentren. Die Bestrebungen der letzten Jahre versuchen die Funktion der Netzknotenrechner und Rechenzentren künstlich, also virtuell, abzubilden. Die neue Technologie des Cloud-Computing steht damit in engem Zusammenhang.

Virtualisierung in unterschiedlicher Anwendung des Begriffes

Virtuelle Umgebungen können in Rechnersystemen auf verschiedene Art realisiert werden. Einem Nutzer kann am Bildschirm der Eindruck vermittelt werden, er sei allein mit dem Zentralrechner verbunden und könne exklusiv auf ihn zugreifen. Ein anderes Beispiel wäre eine zentrale Datenablage, die virtuell auf dem eigenen Rechnersystem durchgeführt wird. In Wahrheit werden die zu sichernden Daten auf einem gemieteten Internetserver abgelegt und bei Bedarf wieder geholt. Das hat den Vorteil, dass der Nutzer von jedem beliebigen Punkt der Erde auf diese Daten zugreifen kann ohne einen tatsächlichen Zugang zum physikalischen Rechnersystem seiner Firma zu haben. Der logische Zugang über das Internet als Netzwerk reicht völlig aus. Ein virtuelles Ladengeschäft wäre zum Bespiel ein Internetshop. Am Bildschirm wird ein Warenangebot aufgelistet und suggeriert, welches in Wahrheit in Lagerkartons liegt oder als Kommissionsware erst bestellt werden muss, falls ein Kunde einen Kauf tätigt.

Der beabsichtigte Effekt von Virtualisierung

Für die Umsetzung haben sich für Virtualisierung Anbieter von entsprechender Software gebildet. Sie virtualisieren meistens Datenablagen durch Optimierung und Umgestaltung von Betriebssystemen und dessen Funktionen. Die benötigte Software ist sehr komplex und wird oft im Leasingverfahren eingesetzt. Der Zugriff auf virtuelle Funktionsbereiche für Dienstleistungen oder Geschäftsvorgänge erfordert schnelle Rechnerverbindungen, damit keine störenden Wartezeiten für die Datenübertragung auftreten. Der anvisierte Effekt besteht vor allem in der Einsparung von Kosten für die teuren Rechenzentren und das darin eingesetzte Personal. Während für Virtualisierung Anbieter für fast jede beliebige Internetanwendung aus dem Boden sprießen, mehren sich die kritischen Stimmen von Datenschützern und Gegnern der Virtualisierung.

Sinnhaftigkeit und Gefahrenpotentiale sind umstritten

Die im virtuellen Raum auf einem zentralen Server abgelegten Daten müssen gegen Defekte, Verlust oder Diebstahl wirksam geschützt werden. Cloud-Computing wird mittlerweile auch für Privatpersonen propagiert und vermarktet. Datenschützer warnen vor den Gefahren des Ausspionierens von privaten Daten und Zugang zum Onlinebanking durch Unbefugte. Zum sicheren Betrieb von virtualisierten Datenbeständen gehören ein professionelles Backup und eine wirksame Datensicherung oder Verschlüsselung. Letztlich bedeutet das wiederum Aufwand und Kosten, die den beabsichtigten Vorteil schmälern. Die Virtualisierung ist nicht kostenlos zu haben und lässt den Aufwand lediglich an anderer Stelle entstehen. Sie stellt sicherlich eine langfristig kostengünstigere Variante der Datenhaltung dar, zum sicheren Betrieb dürften jedoch noch einige Entwicklungsschritte erforderlich sein.


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